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Adressmanagement -
Wie kann ich Adressen Nutzen stiftend einsetzen?
von
Markus Grutzeck
Jeder, der Geschäftsbeziehungen
unterhält, hat Kontakte mit Kunden, Interessenten oder Lieferanten.
Dabei bildet die Adresse die Basis für Kontakte. Aber die Information
über die Anschrift bietet für sich noch keinen Nutzen. Erst die
zusätzliche Information, ob dies ein Kunde, Lieferant oder
Interessent ist (Adress-Status), kann Grundlage für Aktivitäten rund
um die Adresse bieten.
Nehmen wir an, Sie brauchen neue
Bürostühle. Wenn Sie bei den Adressen bereits Ihre Lieferanten
herausfiltern können, können Sie hier bereits eine Anfrage nach
Bürostühlen starten. Wenn Sie aber bereits wissen, wer von Ihren
Lieferanten auch Büroausstattungen im Sortiment führt, wäre Ihre
Einkaufsanfrage effizienter, weil Sie Streuverluste minimiert hätten.
Sie sehen:
- Entscheidend ist der Nutzen einer
Adresse
- Dieser Nutzen erwächst aus den für
Sie relevanten Zusatzinformationen
Relevante Informationen
Also beschäftigen wir uns zunächst
mit für Sie relevanten Informationen.

Verwendung von Adressen
Tägliche Korrespondenz
Diese Informationen hängen davon ab,
wie Sie die Adressen verwenden möchten.
Im einfachsten Fall nutzen Sie Adressen
einfach für die tägliche Korrespondenz. Um einen Brief zu schreiben,
benötigen Sie eine Empfängeradresse ggf. mit einem direkten
Ansprechpartner. Um ein Fax zu versenden, benötigen Sie zusätzlich
die Faxnummer. Wenn Sie den Brief nun komplett in Ihrer
Textverarbeitung schreiben, müssen Sie die Adresse erfassen. Wenn Sie
die Adresse hingegen in einer Datenbank erfassen würden und von dort
aus direkt einen Brief schreiben könnten, erfassen Sie die Adresse
nur ein einziges mal. Beim nächsten Brief sparen Sie sich die erneute
Adresseingabe. Automatisch könnte eine Notiz bei dieser Adresse
hinterlegt werden, dass Sie diesen Brief geschrieben haben. So
entsteht mit der Zeit eine Kontakthistorie. Ist der Brief nun noch
direkt als Anlage mit der Adresse verknüpft, haben Sie sogar eine
einfache Form des Dokumentenmanagements. Das bringt schnell Ordnung in
die gespeicherten Briefe. Haben Kollegen Rückfragen oder ebenfalls
Kundenkontakt, sehen Sie anhand der Adresse in der Datenbank sofort,
wann Sie welchen Brief, Fax oder Email an diese Adresse geschickt
haben.
Sie sehen, im einfachsten Fall
benötigen Sie nur die Anschrift und weitere Kommunikationsnummern.
Sobald Sie diese Informationen in einer zentralen Datenbank speichern,
erleichtern Sie sich die Arbeit im Büro wesentlich.
Marketing
Erfolgreiche Marketing Maßnahmen
setzen voraus, dass eine möglichst homogene Zielgruppe mit einem auf
die entsprechenden Bedürfnisse ausgerichteten Angebot angesprochen
werden. Also benötigen Sie zur Anschrift und den
Kommunikationsnummern weitere Informationen, so dass Sie Ihren
Adressbestände in homogene Segmente gliedern können. Dies können
z.B. Informationen über die Branche, Umsatz, Mitarbeiteranzahl,
Kaufkraft oder andere sein. Das hängt von den Produkten oder
Dienstleistungen ab, die Sie vermarkten möchten.
So sind z.B. für einen Autoverkäufer,
der Geländewagen verkauft, die Hobbys ein wichtiges Kriterium. Denn
Jäger, Förster oder Pferdebesitzer sind prädestiniert für
Geländewagen. Die erste Zielgruppe benötigt die gute Traktion auf
Feld- und Waldwegen, während Pferdebesitzer für den Anhängerbetrieb
geeignete Zugfahrzeuge präferieren.
Wie das Eingangs angeführte Beispiel
der Bürostuhlbeschaffung zeigt, lässt sich Marketing nicht nur im
Vertrieb, sondern genauso im Einkauf bei der Beschaffung einsetzen.
Wenn Sie den Kunden auf
unterschiedlichen Kommunikationskanälen ansprechen möchten,
benötigen Sie alle relevanten Kommunikationsnummer, z.B. Anschrift,
Fax, Email, Handy (SMS), ... .Richten Sie sich dabei an den
Bedürfnissen des einzelnen Kundens aus. Vermerken Sie über welche
Kommunikationswege der Kunde von Ihnen angesprochen werden möchte und
welche nicht. So empfinden einige Kunden vielleicht Telefonanrufe als
aufdringlich, sind aber durchaus offen für Informationen über Email
(Permission-Marketing).
Vertrieb
Das Stichwort CRM (Customer
Relationship Management) geistert durch alle Munde. In der Praxis hat
sich gezeigt, dass überschaubare, klar abgegrenzte Projekte
erfolgreich implementiert wurden, während komplexe Vertriebslösungen
in der Praxis oftmals scheitern. Denn CRM ist keine Technik oder
Software, sondern eine Unternehmensstrategie: Die Ausrichtung der
Unternehmensprozesse nach dem Kunden.
So liegen in der Praxis die Probleme
weniger in der technischen Umsetzung als vielmehr in den Köpfen der
Menschen, die diese Softwarelösungen verwenden. Von daher ist es
sinnvoll, zunächst ein funktionierendes Adressmanagement aufzubauen
und relevante Informationen zu sammeln und nutzen. In der praktischen
Vertriebstätigkeit entwickelt sich daraus schnell ein wirkungsvolles
Vertriebsinstrument.
Wenn wir die der Datenbank
gespeicherten Informationen Anschrift, Kommunikationsnummer sowie die
Korrespondenz um vertriebsrelevante Informationen erweitern, erhalten
wir ein schlagfertiges Vertriebswerkzeug:
- Produkte:
Welche Produkte setzt Ihr Kunde bereits ein?
Wissen Sie das, erkennen Sie schnell Cross-Selling-Potentiale.
- Interessen:
Zu welchen Produktion hat der Kunde oder Interessent bereits
angefragt? Für welche Aufgabenstellung sucht er eine Lösung?
So können Sie im Marketing in speziellen Mailings auf diese
Produktinteressen eingehen.
- Einstufung / Klassifizierung:
Um den Wert eines Kontaktes zu bestimmen, gibt es verschiedene
Verfahren:
Die ABC-Analyse nach Pareto dürfte den meisten bekannt sein. 20 %
der Kunden sorgen für 80 % Ihres Umsatzes. Doch bei Neukontakten
ist die Potentialeinschätzung schwieriger.
Im Versandhandel hat sich ein Scoringmodell abhängig von der
Reaktion des Interessenten bewährt. Jede Anfrage erhält eine
Basispunktzahl von z.B. 15 Punkten. Fordert der Interessent
Produktinformationen oder weitergehende Muster an, erhält er
zusätzliche Punkte. So erhalten die Interessenten, die direkt
reagieren die höchste Punktzahl. Um Leichen zu identifizieren,
sollten Sie einmal im Quartal allen Adressen einen Punkt abziehen,
so dass auch alte Interessenten mit hohem Interesse vor drei
Jahren, irgendwann herausfallen.
Konzept des Auftragstrichters:
Sie teilen Ihren Akquiseprozess in einzelne Akquisestufen auf. So
gibt es z.B. die erste Stufe der Adressqualifizierung. Dabei
werden Anschrift, Kommunikationsnummer und relevante
Ansprechpartner geprüft. Nun kann die Adresse z.B. durch Mailings
angesprochen werden. Reagiert der Interessent, erhält er das
gewünschte Infopaket und rutscht damit in die nächste
Vertriebsstufe.
D.h. aus einer Vielzahl von Adressen wird ein großer Teil
qualifiziert werden können. Von den angeschriebenen
qualifizierten Adressen reagieren einige auf Ihr Mailing und so
wird mit jeder Vertriebsstufe der Adressbestand immer weniger. Er
ergibt sich ein Trichter.
Wenn Sie diesen, nennen wir ihn Vertriebsstatus, statistisch
auswerten und sich keine Trichterform ergibt, erkennen Sie in
welcher Stufe des Akquiseprozesses Sie Ihre Vertriebsaktivitäten
verstärken müssen.
Sie gewinnen Sie aus dem einfachen Adressmanagement ein Werkzeug
zur Vertriebssteuerung.
Adressquellen
Sie werden einwenden, das klingt alles
ganz gut, aber woher bekommen Sie das Adressmaterial. Nun hierzu gibt
es verschiedene Adressquellen:
- Adressverlage:
Hier finden Sie nahezu unbegrenzte Selektionsmöglichkeiten und
Zusatzinformationen. Allerdings ist die Nutzung der Adressen bei
Miete nur eingeschränkt und die Kosten je Adressen sind relativ
hoch.
- Listbroker:
Ähnlich verhält es sich mit Listbrokern, die als Makler für
Adressen auftreten. Allerdings erhalten Sie hier auch Zugang zu
Adressen, die von anderen Unternehmen gesammelt und gepflegt
werden.
- Adress-CD´s:
Adress-CD´s bieten eine echte Alternative zu Adressverlagen. Denn
aktuell steht ein weites Spektrum von einfachen und sehr
preiswerten Telefon-CD´s ab wenigen Euros (z.B. Klick Tel, ...)
bis hin zu sehr detaillierten Unternehmensdaten mit
Bonitätseinstufung für einige tausend Euros zur Verfügung, z.B.
die Datenbank MARKUS von Creditreform. Wichtige
Entscheidungskriterien für die Auswahl einer Adress-CD sind:
Aktualität, Selektions- und Exportmöglichkeiten, Preis.
Eine gute Übersicht finden Sie im Internet unter www.directories.de
- Warenwirtschaft:
Die Basisdaten, wenigstens die Anschrift, finden Sie in Ihrer
Warenwirtschaft oder Faktura. Dies kann den Basisstock für Ihre
Kundendaten bilden. Wenn Sie hierzu noch die Umsatzzahlen
exportieren können, sehen Sie in Ihrer Adressmanagementdatenbank
die Umsatzbringer auf einen Blick.
- Internet:
Die Recherche in den Suchmaschinen oder Businessportalen ergibt
eine Vielzahl relevanter Unternehmensinformationen. Bedingt durch
das neue TeleDiensteGesetz (TDG) ist jedes Unternehmen zu einem
ausführlichen Impressum auf der Unternehmenswebsite verpflichtet.
Hier finden Sie alle relevanten Informationen, wie Anschrift,
Geschäftsführer, Kommunikationsnummern, HRB, ...
- Kostenlose Alternativen:
Jeden Tag flattern unaufgefordert Werbebriefe ins Haus. Hier
finden Sie alle Unternehmensinformationen direkt auf dem
Briefkopf. Inserate beinhalten oftmals detaillierte Informationen.
Auf Messen finden Sie interessante Gesprächspartner. Oder nutzen
Sie Messekataloge.
Adressveredelung
Dublettencheck:
Durch Datenimporte und Adresserfassung
fallen zwangsweise Dubletten an. Hier hilft eine automatische
Dublettenbereinigung in Ihrer Adressmanagementsoftware. Die
Dublettenbereinigung können Sie aber auch durch externe Dienstleister
erledigen lassen.
Adressanreicherung:
Wenn Sie zwar die Adressen der
Interessenten haben, aber z.B. Telefon- und Faxnummer fehlen, können
Sie diese bei einem Dienstleister anreichern lassen. Entscheidend für
die Qualität der Anreicherung ist der Referenzdatenbestand gegen den
Ihre Daten abgeglichen werden.
Im Direktmarketing lernen Sie mit jedem
Dialogschritt Ihren Gegenüber besser kennen. Durch jede Reaktion
erfahren Sie weitere Informationen. Ein Interessent wird Ihnen nicht
beim Erstkontakt einen gesamten Fragebogen ausfüllen. Wenn Sie aber
bei jeder Kundenansprache eine Information erfragen, die in dieser
Stufe auch vom Inhalt Sinn macht, wird er Ihnen gerne antworten. So
gewinnen Sie für Ihre Marketingaktivitäten relevante Informationen.
Fazit:
Zentrales Adressmanagement bildet die
Grundlage für effiziente Vertriebs- und Marketingaktivitäten.
Wichtig ist es zu erkennen, welches für Ihr Unternehmen relevante
Informationen sind, wie Sie die Informationen nutzen und auswerten
möchten.
Checkliste: Relevante Informationen
identifizieren
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Korrespondenz |
Marketing |
Vertrieb |
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Anschrift |
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Ansprechpartner |
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Kommunikations-Nr |
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Adress-Status
(Lief., Int., Kunde) |
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Unternehmensdaten, z.B. Branche,
... |
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Produkte |
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Interessiert an ... |
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Wettbewerber |
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Permissions |
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Kaufkraft |
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Klassifizierung |
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